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17 Sep 2020

Biontech produziert potenziellen COVID-19-Impfstoff in Marburg

Mainz, Marburg - BioNTech gab heute die Unterzeichnung einer Anteilskaufvereinbarung mit der Novartis AG, Basel / Schweiz zur Übernahme der GMP-zertifizierten Produktionsanlage in Marburg bekannt. Bei vollem Betriebsumfang wird die Produktionsanlage BioNTechs COVID-19-Impfstoff-Produktionskapazitäten um bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr oder mehr als 60 Millionen Dosen pro Monat erweitern. Die Transaktion wird vorraussichtlich im vierten Quartal 2020 abgeschlossen. Das Unternehmen plant im ersten Halbjahr 2021, durch die etablierte biotechnologische Wirkstoffproduktion und Produktionsfähigkeiten sowie das bestehende Team vor Ort, in der Lage zu sein, bis zu 250 Millionen Dosen an BNT162b2 produzieren zu können.

Das Werk in Marburg ist eine hochmoderne Multi-Plattform GMP-zertifizierte Produktionsstätte, die rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Es ist voll für die Produktion von rekombinanten Proteinen sowie für Zell- und Gentherapien ausgestattet und verfügt über Zellkultur-Labore und Produktionsfähigkeiten für die Herstellung von viralen Vektoren, mit der Möglichkeit diese langfristig zu erweitern. Novartis hat in den vergangenen fünf Jahren erheblich in den Standort investiert, der sich in einem Life-Science-Industriepark befindet, in dem mehr als zehn Unternehmen mit insgesamt 6.000 Mitarbeitern angesiedelt sind und der dem Unternehmen eine hervorragende Infrastruktur bietet. Der Industriepark liegt nur eine Stunde vom Frankfurter Flughafen entfernt und nur 90 Minuten von BioNTechs Hauptfirmensitz in Mainz.

„Dieser Zukauf unterstreicht BioNTechs Engagement, die Produktionskapazitäten erheblich zu erweitern, um nach Marktzulassung eine weltweite Versorgung mit einem potentiellen Impfstoff zu ermöglichen. Wir arbeiten eng mit Novartis zusammen, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Wir freuen uns, die neuen Mitarbeiter zu begrüßen und von ihren beeindruckenden Fähigkeiten und ihrer Expertise profitieren zu können. Aus strategischer Sicht wird der neue Standort unser vertikal-integriertes Geschäftsmodell mit weiteren eigenen Produktionskapazitäten für die Herstellung von mRNA sowie Impfstoff-Formulierungen unterstützen“, sagte Dr. Sierk Poetting, Chief Financial Officer und Chief Operating Officer von BioNTech.

Die Übernahme wird BioNTechs Bemühungen vorantreiben, die kommerziellen Produktionskapazitäten zur Herstellung des mRNA-basierten COVID-19 Impfstoffkandidaten BNT162 auszubauen. Das BNT162 Impfstoffprogramm umfasst 5 mRNA-basierte Impfstoffkandidaten, die sich derzeit in der klinischen Testung in den USA, Europa, Südamerika und China befinden. BioNTech und Pfizer untersuchen den führenden Impfstoffkandidaten BNT162b2 in einer globalen Phase-3-Studie.

Die Anlage soll neben zwei von BioNTechs bereits bestehenden GMP-zertifizierten Stätten, die derzeitigen COVID-19 Impfstoffkandidaten für klinische Studien herstellen, sowie neben vier Stätten von Pfizer in den USA und Europa, eine der größten Produktionsstätten für mRNA in Europa werden. Die Produktion der mRNA und die LNP-Formulierung eines COVID-19 Impfstoffes, soll in Marburg in der ersten Hälfte von 2021 beginnen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. Des Weiteren plant BioNTech, die Produktionsstätte für die Herstellung weiterer Therapeutika und Impfstoffkandidaten, wie etwa mRNA Impfstoffe, Antikörper sowie Zell- und Gentherapie-Produktkandidaten zu nutzen. Darüber hinaus beabsichtigt BioNTech, die Anlage in Marburg zu nutzen, um zur Produktion des COVID-19-Impfstoffs für die weltweite Versorgung beizutragen, einschließlich China, wo BioNTech eine Partnerschaft mit Fosun Pharma eingegangen ist. Dies gilt vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung.

Die Produktionsstätte in Marburg hat eine 100 Jahre alte Tradition, wenn es um Innovation geht: Die Produktionsstätte namens Behringwerke wurde 1904 von Emil von Behring erbaut. Er entwickelte das Gegengift für Diphtheria und Tetanus und nutzte das Preisgeld, das er 1901 für seinen Nobelpreis in Medizin erhielt, um die Produktionsstätte zu finanzieren. Seit der Gründung im Jahre 1904, sind die Behringwerke federführend, wenn es um pharmazeutische und biologische Innovationen wie der Herstellung von Impfstoffen. Dadurch entstand eine hochentwickelte Infrastruktur.

BioNTech und Novartis gehen davon aus, die Transaktion im vierten Quartal von 2020 abzuschließen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung und der Erfüllung bestimmter anderer üblicher Abschlussbedingungen.



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