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04 Mai 2017

SINTEG-Auftaktkonferenz am 4.-5.5.2017 in Berlin

Am 4. und 5. Mai 2017 fand in Berlin die Auftakt-Konferenz des Förderprogramms SINTEG „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie statt. Mit rund €200 Mio. fördert das BMWi die fünf Schaufenster, die Freiräume für Experimente eröffnen und aufzeigen sollen, wie die Welt mit 100% erneuerbare Energie funktioniert, so der BMWi-Staatsekretär Rainer Baake in seiner Eröffnungsrede. Es gelte nun, das Stromsystem neu zu erfinden, das sich durch die Wetterabhängigkeit, die fluktuierende Stromerzeugung und die immer weiter sinkenden Betriebskosten charakterisiert.

Rund 300 Vertreter der fünf Schaufenster - Modellregionen - sowie der Ministerien und des Projektträgers Jülich stellten mit ihren Vorträgen, Infoständen und regem Austausch die vielen Aktivitäten, die im Rahmen des Förderprogramms deutschlandweit in Planung sind oder bereits stattfinden, vor. Auf vier Jahre angelegt und am 1.Januar 2017 gestartet wird das Förderprogramm Konzepte für die Zukunft der Energie erarbeiten und demonstrieren.

In Vorträgen über „die Umkrempelung“ des Energiesystems ging es um die Chancen und Herausforderungen auf dem Weg des schrittweisen Verzichts auf die fossilen Energieträger. Hierzu werden neue Konzepte für Mobilität und Verkehr, Gebäudemanagement und Speichersysteme, und vor allem Energieeffizienz und Sektorenkopplung erstellt.

Fünf Modellregionen stellten sich vor:

  • "C/sells: Großflächiges Schaufenster im Solarbogen Süddeutschland": Das Schaufenster in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen hat den Schwerpunkt "Solarenergie". Im Fokus steht die regionale Optimierung von Erzeugung und Verbrauch.
  • "Designetz: Baukasten Energiewende – Von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft": In dem Schaufenster in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland soll Energie aus Solarenergie und Windkraft für die Versorgung von urbanen und industriellen Verbrauchern genutzt werden.
  • "enera: Der nächste große Schritt der Energiewende": Im niedersächsischen Schaufenster geht es unter anderem um regionale Systemdienstleistungen, die das Netz lokal stabilisieren und die Zuverlässigkeit der Stromversorgung auf Basis von erneuerbaren Energien weiter erhöhen.
  • "NEW 4.0: Norddeutsche EnergieWende": Das Schaufenster in Schleswig-Holstein und Hamburg soll zeigen, dass die Region bereits 2025 sicher und effizient mit 70 Prozent regenerativer Energie versorgt werden kann.
  • "WindNODE: Das Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands" umfasst die fünf ostdeutschen Länder und Berlin. Ziel ist eine effiziente Einbindung von erneuerbarer Erzeugung in einem System aus Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor.

Das Projekt C/sells wurde von Herrn Dr. Albrecht Reuter, Fichtner IT Consulting AG, vorgestellt. Rund 60 Partner (Vollpartner und assoziierte) aus drei Bundesländern haben sich zusammengeschlossen, um der Frage nachzugehen: Wie kann ein Energiesystem implementiert werden, dessen Energienetze auf den Prinzipien der Zellularität, Partizipation und Vielfältigkeit basieren?

Auch Projektpartner weiterer Schaufenster suchen nach kreativen und netzdienlichen Lösungen, wie die Prozesse der zukünftigen Energiewirtschaft gelenkt werden sollen, um Erzeugung und Verbrauch optimal synchronisieren zu können.

Zukünftig wird mehr Strom in der Sektorenkopplung benötigt, was einen erhöhten Fokus auf die Energieeffizient legt. Am Ende nutzen wir mehr Strom, aber intelligent und effizient, so der Konsens bei der Podiumsdiskussion zwischen den Vertretern der vier Landesministerien.

Die IT-Sicherheit war eines der großen Themen auf der Konferenz. Was sind die Anforderungen an die moderne Energiewirtschaft, welche Standardisierungs- und Normungsverfahren sind im Kontext der Informationssicherheit notwendig? Denn der Erfolg der Energiewende hänge mit der standardisierten sektorenübergreifenden Digitalisierung eng zusammen, so Denis Laupichler vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Nicht zu vernachlässigen ist dabei der Wunsch des Verbrauchers, über die Weitergabe seiner Verbrauchsdaten selber zu entscheiden. Für den Energieproduzenten gilt es dagegen, den Kunden und seine Bedürfnisse zu verstehen und ihm das richtige Produkt anzubieten. Über Preismodelle und -regulierung soll in der Energiewirtschaft nachgedacht werden. Die abschließende Podiumsdiskussion über die Lösungen für morgen endete mit dem Aufruf an Verbraucher, als Prosumenten in das Energiesystem einzusteigen.

Damit den am SINTEG-Vorhaben teilnehmenden Partnern, in erster Linie betrifft es große Energieverbraucher, keine wirtschaftlichen Nachteile infolge von Erprobung neuer Technologien und Preismodelle entstehen, wird vom Kabinett Mitte Mai 2017 eine Experimentierklausel verabschiedet.

Die SINTEG-Auftaktkonferenz mit ihren guten Austauschmöglichkeiten zwischen den Partnern aller fünf Schaufenster ist bei den Teilnehmern und Organisatoren sehr gut angekommen. Wie Alexander Folz, der SINTEG-Leiter des BMWi, in seiner abschließenden Rede hervorhob, ist es eines der Ziele des Förderprogramms, verschiedene Akteure zu vernetzen und die Schaufenster in Interaktion treten zu lassen.

Alle fünf Schaufenster sind nun gestartet und die inhaltliche Arbeit steht an. Die jährliche Konferenz wird nächstes Jahr wieder stattfinden, und die ersten Ergebnisse aus dem gesamten SINTEG-Verbund sollen vorgestellt werden.

 

Irina Shults, 9.5.2017



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