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1. Forum Kleine Unternehmen & Start-ups - Impulse & zukünftige Zusammenarbeit

9.8.2018, Frankfurt | Startup-Forum soll für Innovationen sorgen

Erfolgreiches Kick Off-Treffen in Frankfurt
Sehr gut besucht fand am 9. August 2018 das Auftakttreffen des neuen Forums Kleine Unternehmen & Startups im Frankfurter Gästehaus des Bankhauses Metzler statt. Das House of Energy (HoE) möchte kleinen, innovativen Unternehmen und Start-ups mit Energiebezug einen Raum innerhalb seines Netzwerkes geben, denn kleine Unternehmen bringen durch die Kombination von Kreativität und Wendigkeit ein hohes Maß an Innovationskraft mit. Getreu dem Motto: „Impulse für Hessen & Impulse aus Hessen“ sollen auf diese Weise Innovationen für die Energiewende unterstützt werden.

Exklusiver Rahmen
Die Veranstaltung bot den HoE-Mitgliedern und teilnehmenden kleinen Unternehmen einen exklusiven Rahmen, um sich untereinander zu vernetzen, gemeinsame Themen zu diskutieren und in einem moderierten Rahmen die Erwartungen an das neue Forum zu klären.

Entwicklung neuer Geschäftsfelder mit Startups
Themen des ersten Teils waren das sich wandelnde Marktumfeld im Energiesektor, geeignete Herangehensweisen zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder mit Startups sowie die Forschungsförderung für kleine Unternehmen. Jeweils im Anschluss an die Berichte der Referenten wurde diskutiert, welche Relevanz für die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups bzw. kleinen innovativen Unternehmen besteht.

Interaktiver runder Tisch
Beim Runden Tisch, dem interaktiven zweiten Teil, gab es einen regen Austausch darüber, wie das House of Energy die Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedern und kleinen innovativen Unternehmen in dem neuen Forum unterstützen kann und welche Forschungsfragen im Verbund zwischen etablierten und kleinen Unternehmen anstehen. In moderierter Form wurden die Ideen, Anregungen und Fragen von alle Teilnehmenden aufgenommen. Vielfältige inspirierende Impulse gegeben und gemeinsam diskutiert. Insbesondere interaktive Formate zur themenbezogenen Vernetzung werden gewünscht. All dies wird die Geschäftsstelle des House of Energy in der nächsten Zeit auswerten.

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Vernetzung
Die Vernetzung zwischen Mitgliedern und kleinen Unternehmen wurde unterstützt, indem die Teilnehmenden eine 1-seitige Kompetenzübersicht ausgehändigt bekamen, die knappe Profile aller anwesenden Unternehmen und Mitglieder enthielt. Das angenehme Ambiente und das köstliche Flying Buffet im Gästehaus beförderten das Netzwerken.

Forum Kleine Unternehmen & Startups gewünscht
Wie die große Resonanz und das umfassende Feedback deutlich gemacht haben, besteht klar Bedarf an dem neuen Forum Kleine Unternehmen & Startups. Gleichzeitig bietet das Forum eine gute Möglichkeit, Startups in das Netzwerk des House of Energy mit einzubinden. Die Geschäftsstelle wird das Format bedarfsorientiert weiterentwickeln. Aktuell haben sich rund 50 kleine Unternehmen registriert und damit formell ihren Wunsch an einer Mitwirkung im Forum geäußert.

Ein Dank geht an alle Beteiligten für die aktive Mitwirkung. Weitere Anregungen und Feedback sind gerne gesehen.

Ergebnisse der Session 1: Gemeinsame Themen – Impulse und Diskussion

Wie entwickelt sich das Marktumfeld in der Energiewelt?
(Impulsvortrag von Herrn Prof. Dr. Peter Birkner, House of Energy e.V.)

Es wurde deutlich, dass sich die Energiemärkte im Zuge von Klimaschutz, Energiewende und Digitalisierung fundamental wandeln werden. Dies ist mit Chancen und Risiken verbunden – sowohl für etablierte als auch junge Unternehmen innerhalb und außerhalb der klassischen Energiewirtschaft. Die genauen Veränderungen kann man nicht prognostizieren, aber es ist möglich, Erkenntnisse aus den Beobachtungen und Erfahrungen abzuleiten.

Drei Treiber für den Wandel lassen sich beobachten:

  1. Der Klimaschutz macht ein fundamentales Umsteuern notwendig.
  2. Die rasanten technologischen Entwicklungen in den Bereichen Kommunikation, Energieversorgung und Mobilität lassen eine neue industrielle Revolution erwarten, sowie
  3. Die Energiewende stellt für Deutschland volkswirtschaftlich gesehen mittelfristig einen positiven Business Case dar.

Die zunehmende Dezentralisierung der Energiebereitstellung auf Basis erneuerbarer Energien sowie die intelligente Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität machen flexibel steuerbare Hybridsysteme im Kleinen wie im Großen erforderlich. Damit verändern sich die Geschäftsmodelle signifikant. Neue technische Optionen, die Veränderung von Geschäftslogiken, neue Wettbewerber und kürzere Innovationszyklen stellen vor allem die etablierten Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Vielfach sind tradierte Wege zu verlassen und neue Lösungen zu entwickeln. Dies ist mit Chancen und Risiken verbunden. Eine Einbindung der Kompetenzen von Startups kann für etablierte Unternehmen sehr hilfreich sein, um Innovationen zu entwickeln und erfolgreich hochzuskalieren.

Insofern kann festgestellt werden, dass Startups eine zunehmend bedeutende Rolle für etablierte Unternehmen spielen, die sich in Zukunft am Markt behaupten wollen.

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Wie lassen sich neue Geschäftsfelder durch Startup-Kooperationen entwickeln?
(Impulsvortrag von Herrn Prof. Dr. Hannes Utikal, Leiter des Zentrums für Industrie und Nachhaltigkeit der Provadis Hochschule)

Startups können relevante Partner für eine gemeinsame Geschäftsentwicklung sein. Startups bringen Innovationsgeist, neues Wissen und Risikobereitschaft mit ein, während etablierte Unternehmen über die benötigte Infrastruktur verfügen, Problemkenntnis besitzen und die Kundenbasis mitbringen.

In der Zusammenarbeit besteht ein großes Potenzial, voneinander zu lernen und diese Qualitäten für beide Seiten profitabel zusammenzuführen. Hierzu bedarf es allerdings der beidseitigen Offenheit für die sehr unterschiedlichen Unternehmenskulturen und die strukturellen Unterschiede. Dies ist der Grund, warum eine Zusammenarbeit der Erfahrung gemäß einen langen Atem braucht.

Startups aus dem Energiesektor können z.B. in einem durch die EU-Initiative geförderten Accelerator-Programm Unterstützung erfahren. Das Programm wird von der Provadis Hochschule für die Region Hessen koordiniert; technologieintensive Startups können hier gemeinsam mit ausgewiesenen Coaches an ihren Geschäftskonzepten arbeiten, sie finden geeignete Geschäftspartner und werden auch finanziell mit bis zu 50.000 Euro unterstützt.
Auf Seiten der etablierten Unternehmen ist es ratsam, die Entwicklung von Geschäftsfeldern mit Startup-Kooperationen von Anfang an strategisch anzugehen. Mittels einer Entscheidungsmatrix sollte unternehmensintern aufgeschlüsselt werden, welche Geschäftsfelder konkret mit Startups entwickelt werden sollen und welche unternehmensinternen Prozesse ggf. auch mit Startups optimiert werden sollen. Auf dieser Grundlage können gezielt Startups angesprochen und systematisch in die Prozesse integriert werden. Auch sind unternehmensintern die Ansprechpartner und die Entscheidungskompetenzen für den Umgang mit Startups konkret zu definieren und extern zu kommunizieren.

Als vorteilhaft wurde angesehen, im Rahmen eines geförderten Projektes eine Kooperationsmatrix für Hessen zu erstellen, aus der hervorgeht, bei welchen Themen in Hessen ein Matchmaking zwischen Startups und etablierten Unternehmen erfolgversprechend erscheint. Auf dieser Basis könnte dann die weitere Vernetzungsarbeit zielgerichtet ausgestaltet werden.

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Welche Möglichkeiten der Forschungsförderung bestehen für kleine Unternehmen?
(Impulsvortrag von Frau Dr. Anne Giese, Gas- und Wärme-Institut Essen e.V., GWI)

Die öffentliche Förderlandschaft (EU, Bund, Land, Stiftungen, usw.) wirkt erst einmal wie ein Dschungel an Möglichkeiten, der sehr schwer durchschaubar ist. Grundsätzlich kann zwischen themenoffenen und themenspezifischen Förderprogrammen unterschieden werden. Für kleine Unternehmen sind insbesondere die Förderprogramme ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand), KMU-innovativ sowie IGF (Industrielle Gemeinschaftsforschung) zu erwähnen. Letzteres dient der Förderung vorwettbewerblicher Forschungsvorhaben mit Forschungsfragen, die die gesamte Branche betreffen.

Das Gas- und Wärme-Institut Essen zählt zu denjenigen Forschungsvereinigungen, die berechtigt sind, IFG-Förderung zu beantragen, da eine Anerkennung in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) besteht. Dabei gibt es ein Extra-Budget der AiF-Forschungsallianz Energiewende (FAE) für FuE-Projekte rund um das Thema Energiewende. Vor diesem Hintergrund wurde das IGF-Programm im Detail vorgestellt.

Im Rahmen der IGF können KMU ihre gemeinsamen Probleme durch gemeinschaftliche Forschungsaktivitäten lösen, die vor allem von Hochschulen und gemeinnützigen wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen durchgeführt werden. Das ist besonders effizient, weil dabei gleichgelagerter Forschungsbedarf vorwettbewerblich gebündelt wird und Risiken verteilt werden. Außerdem ermöglicht es einer großen Anzahl mittelständischer Unternehmen, von Forschungsergebnissen zu profitieren, die jedes für sich allein nicht hätte erzielen können.

Förderfähig sind wissenschaftlich-technische Forschungsvorhaben, die unternehmensübergreifend ausgerichtet sind, neue Erkenntnisse vor allem im Bereich der Erschließung und Nutzung moderner Technologien erwarten lassen und insbesondere der Gruppe der KMU wirtschaftliche Vorteile bringen können. Die Anträge zu den Forschungsvorhaben müssen Vorschläge für den Transfer in die Wirtschaft, Aussagen zur Umsetzbarkeit und zur wirtschaftlichen Bedeutung einschließen.  

Als Beispiel wurde von einem Projekt berichtet, bei dem zur Reduzierung von CO2-Emissionen in der Glasproduktion (Roh)Biogas zugemischt und Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Glasqualität, das Feuerfestmaterial und die Schadstoffemissionen durchgeführt wurden. Eigens dazu wurde ein Hochtemperaturversuchsstand eingerichtet und die Biogasverbrennung analysiert und bewertet. Im Folgeprojekt wurden die Untersuchungen mittels eines mobilen Versuchsstands an zwei realen Biogasanlagen fortgeführt und im dritten Schritt eine reale Gasschmelzwanne mit einer Biogasanlage verbunden. So wurde die grundsätzliche Machbarkeit einer (Roh-)Biogaszumischung nachgewiesen. Eine energetische Erdgassubstitution durch Rohbiogas von 30 % ohne nachweisliche Auswirkungen auf Prozessparameter und Glasqualität war möglich. Darüber hinaus konnten mehrere weitere Einsatzfelder für den technologischen Ansatz identifiziert werden.

Die kleinen Unternehmen bildeten einen typischen projektbegleitenden Ausschuss, den projektbegleitenden Ausschuss, der in regelmäßigen Abständen mit einbezogen wurde, über den Stand der anwendungsorientierten Forschung informiert wurden und ihrerseits Input aus der Praxis gegeben haben.

Fazit: Vorteil für die kleinen Unternehmen ist ganz klar, dass diese Art der Forschung mit einem überschaubaren Aufwand für sie verbunden ist, aber trotzdem die Erkenntnisse aus erster Hand gewonnen werden und Erfahrungen aus der Praxis in die Entwicklung einfließen.

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Weitere Informationen:
https://www.house-of-energy.org/startups

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Programm
 

15:00 Uhr

Einlass

15:30 Uhr

Begrüßung | House of Energy und Bankhaus Metzler

15:45 Uhr

Impulsvorträge

 

Wie entwickelt sich das Marktumfeld in der Energiewelt? | Prof. Peter Birkner, House of Energy

 

Neuer Geschäftsfelder durch Startup-Kooperationen | Prof. Dr. Hannes Utikal, Leiter des Zentrums für Industrie und Nachhaltigkeit, Provadis Hochschule / Infraserv

 

Forschungsförderung für kleine Unternehmen
über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungs­vereinigungen (AiF) | Dr. Anne Giese, GWI Gas- und Wärme Institut Essen e.V.

16:45 Uhr

Runder Tisch zur zukünftigen Zusammenarbeit | Moderation Dirk Filzek, House of Energy

 
18:00 Uhr

Conclusio | Prof. Peter Birkner, House of Energy

 
18:15 Uhr

Netzwerken

 
19:30 Uhr

Ende der Veranstaltung

 

 

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Fotos HoE-Forum Start-ups 2018

© House of Energy e.V.