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08 Dez 2016

Konferenz des Fortschrittskollegs Energieeffizienz im Quartier EEQ der TU Dortmund

Rund 80 Teilnehmer folgten am 30.11.2016 der Einladung des Fortschrittskollegs Energieeffizienz im Quartier EEQ der Technischen Universität Dortmund in den Rudolf Chaudoire Pavillon auf dem Campus Süd des Universitätsgeländes. Mitveranstalter waren die Universität Duisburg-Essen, die Hochschule Bochum, die Ruhruniversität, das Wuppertal Institut und die ezb Business School. Prof. Dr.-Ing. Peter Birkner, Geschäftsführer des House of Energy, war zu einem Impulsstatement und zur Teilnahme an einer Podiumsdiskussion eingeladen. Er war einer der wenigen nicht aus Nordrhein-Westfalen stammenden Experten der Veranstaltung.

Energieeffizienz zu steigern meint bislang vor allem, einzelne Gebäude mit der entsprechenden Technologie auszurüsten. Doch viele Anlagen ließen sich besser ausnutzen und wirtschaftlicher betreiben, könnten sie in Gebäudekomplexen oder ganzen Quartieren gemeinsam genutzt werden. Wie das möglich wird - damit beschäftigt sich das Fortschrittskolleg "Energieeffizienz im Quartier" unter Federführung der TU Dortmund.

Ein Energieeffizienz-Konzept für ganze Viertel wirft Fragen auf, die deutlich über Dämmung, Energieverbrauch oder Nutzerverhalten einzelner Menschen hinausgehen. Die Promovierenden am Fortschrittskolleg betrachten deshalb ganz unterschiedliche Dimensionen eines Quartiers: Funktionen (Wohnen, Arbeiten, Freizeit etc.), baulich-räumliche Gegebenheiten, sozio-demografische Strukturen, ökonomischer Kontext, kulturell-historischer Kontext, technische Voraussetzungen, rechtliche Rahmenbedingungen. Die Forschungsarbeiten haben drei interdisziplinäre Schwerpunkte:

  1. Soziotechnische Dynamik
  2. Akteure, Governance und Handlungsoptionen
  3. Übergeordnete Zusammenhänge.

Das Fortschrittskolleg verfolgt das Ziel, Wirkungszusammenhänge besser zu verstehen, die zu einer Erhöhung der Energieeffizienz führen - und daraus strategische Ansatzpunkte abzuleiten, wie sich entsprechende Maßnahmen auch in größeren räumlichen Zusammenhängen anstoßen und umsetzen lassen. Forschungsgebiet ist das Ruhrgebiet mit ausgewählten Quartieren. Die Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH wird mit dem Regionalen Innovationsnetzwerk "Energieeffizienz Ruhr“ die Vernetzung von Forschung und Praxispartnern unterstützen. Weitere Informationen finden sich unter:

http://www.wissenschaft.nrw.de/forschung/fortschritt-nrw/inter-und-transdisziplinaere-forschung/fortschrittskolleg-energieeffizienz-im-quartier/

Das Grußwort zur Konferenz sprach Frau Dr. Beate Wieland, Abteilungsleiterin Forschung und Technologie im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW. Die Einführung übernahmen Frau Prof. Christa Reicher und Herr Dr. Fritz Rettberg von der TU Dortmund. Sie referierten u.a. über das Fortschrittskolleg und das regionale Innovationsnetzwerk Energieeffizienz Ruhr.

Die erste Keynote zum Thema „Klimaschutz und Klimaanpassung als Schlüsselthemen für urbanes Bauen“ übernahm Prof. Werner Lang von der TU München. Er beschrieb städtebauliche Lösungsansätze im Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels.

Moderiert von Frau Prof. Johanna Myrzik folgten drei Impulsreferate zu kommunalen Lösungsansätzen zur Umsetzung von Klimaschutz- und Energieeffizienzprojekten. Herrn Guido Wallraven stellte die Aktivitäten der Klimakommune Saerbeck vor, Herr Prof. Peter Birkner sprach über die grundsätzliche Rolle von Quartieren in Bezug auf Energiewende und Energieeffizienz und Frau Simone Raskob, Beigeordnete der Stadt Essen, ging auf die konkreten Maßnahmen in Essen ein.

Herr Prof. Birkner wies insbesondere auf die Bedeutung der Kopplung der Energieformen Strom, Gas und Wärme im Allgemeinen und im Speziellen in Quartieren hin. Nur so könne die stark steigende Volatilität im Stromsystem effizient und effektiv beherrscht werden. Er verdeutlichte, dass durch Dezentralisierung, Standardisierung, Gebäudeintegration, Massenproduktion und nicht zuletzt Brennstofffreiheit im Bereich der erneuerbaren Energien eine neue wirtschaftliche Logik entstehen würde, die auf der Zeitachse derjenigen der bisherigen fossilen Großkraftwerke überlegen sei.

Gemeinsam wurde festgehalten, dass zur Erreichung der internationalen Ziele bis zum Jahr 2050 nicht nur technische Lösungen, sondern auch Systeminnovationen und innovative Strukturen notwendig sind.

Die zweite Keynote zum Thema „2000 Watt Gesellschaft“ hielt Prof. Hansrudi Preisig aus Zürich. Er legte dar, wie unsere Gesellschaft mit 2000-Watt auskommen kann, ohne dass Abstriche beim Lebensstandard gemacht werden müssen. Der Blick über den eigenen Tellerrand ermöglichte viele erkenntnisreiche Diskussionen und Vergleiche.

Die anschließenden Diskussionsforen beschäftigten sich mit den Themen „Sanierung als Konsumentscheidung? Energieeffizienzlösungen anders vermarkten“ und „Energienetze für das Quartier: Handlungsmöglichkeiten und Handlungshemmnisse“. Referenten und Diskutanten waren Herr Prof. Hartmut Holzmüller, Herr Prof. Tobias Schäfers, Herr Moritz vom Hofe, alle TU Dortmund, Herr Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW, Herr Prof. Christoph Weber von der Universität Duisburg-Essen und Herr Thorsten Rattmann von den Stadtwerken Herten.

Den Abschluss der gelungenen Veranstaltung bildete eine Diskussionsrunde mit Frau Dr. Andrea Hoppe, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschft, Natur und Verbraucherschutz des Landes NRW, Herrn Thorsten Menne, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, Herrn Börje Wichert, Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr und Herrn Dr. Fritz Rettberg, TU Dortmund, die von Herrn Prof. Rolf Heize, Ruhr-Universität Bochum, moderiert wurde.

In den beiden Foren und der Abschlussdiskussion wurden die Herausforderungen auf dem Weg zur Energieeffizienz im Quartier an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis vertiefend diskutiert und mögliche Lösungsansätze herausgearbeitet. Die Foren legten den besonderen Schwerpunkt auf die Herausforderung, wissenschaftliche Erkenntnisse auch für die Praxis anknüpfungsfähig und verwendbar zu gestalten.

 

Für Rückfragen zu Detailergebnissen der Konferenz stehen

Herr Dr. Christian Lamker und Frau Dr.-Ing. Ilka Mecklenbrauck
Technische Universität Dortmund
Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung
Tel.: +49 231-755 2246
Christian.Lamker@tu-dortmund.de

Zur Verfügung. Weiterhin gibt es einen offiziellen Bericht zur Konferenz.



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Ivonne Müller B.A.
Tel.: +49 (0)561 510 05-325
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