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18 Mai 2020

Aus der Praxis von Mieterstromprojekten lernen - Bericht des Online-Praxisworkshops "Mieterstrom und Quartiersversorgung erfolgreich planen und umsetzen"

Aus der Praxis von Mieterstromprojekten lernen - Bericht des Online-Praxisworkshops Mieterstrom und Quartiersversorgung erfolgreich planen und umsetzen

© Heidelberger Energiegenossenschaft

Mehr als 40 Teilnehmer nutzten den Online-Praxisworkshop „Mieterstrom und Quartiersversorgung erfolgreich planen und umsetzen“, eine Weiterbildung für Wohnungsgenossenschaften, Energiedienstleister, Kommunen, Stadtwerke und Architekten.

 

House of Energy e.V. (HoE) und LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) unterstützten den Online-Praxisworkshop des Veranstalters „Netzwerk Energiewende jetzt e.V.“ als Kooperationspartner. Mit der Vision „Energie in Bürgerhand – 100%. Dezentral. Erneuerbar.“ setzt der Workshop-Veranstalter eindeutig auf demokratische, soziale und ökologische Werte. Bei den Gründungen von Energiegenossenschaften und anderen Bürgerenergiegesellschaften, die das Netzwerk Energiewende jetzt e.V. aktiv unterstützt, steht die „Bürgerenergie“ als eine tragende Säule der Energiewende im Mittelpunkt.

Der Praxisworkshop wurde von den Kooperationspartnern der LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) und dem House of Energy e.V. (HoE) unterstützt.

Dietmar Freiherr von Blittersdorff, Vorstand des Netzwerks Energiewende jetzt e.V., erläutert rückblickend: „Der Workshop hat gezeigt, dass Mieterstrommodelle komplex sind. Alle rechtlichen, energiewirtschaftlichen und technischen Fragen wurden behandelt und an konkreten Beispielen gezeigt, dass Mieterstrommodelle für Energiegenossenschaften umsetzbar und wirtschaftlich darstellbar sind.“ Das Netzwerk unterstützt Verantwortliche aus Energiegenossenschaften, Klimaschutzmanager, Mitarbeiter von Wohnungsgenossenschaften aber auch private Wohnungsinitiativen und Architekten, wenn es um die Planung und Umsetzung von Mieterstrom oder einer Quartiersversorgung geht.

Alexander Becker, Projektleitung Energiedienstleistungen der LandesEnergieAgentur Hessen GmbH und verantwortlich für die hessische Mieterstromkampagne: „Mieterstrom in Hessen ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Umsetzung der bis 2050 gesetzten Klimaschutz-Ziele. Mit der hessischen Mieterstromkampagne ‚Strom vom Keller oder Dach‘ steht die LEA im Auftrag der Hessischen Landesregierung interessierten Akteuren mit Beratung, Kommunikation und Vernetzungsdienstleistungen zur Seite. Neben der Broschüre ‚Mieterstrom-Modelle in Hessen‘ bietet der hessische Solar-Kataster Basis-Informationen für den ersten Schritt hin zur Umsetzung von Mieterstromprojekten.“

Rainer Lange, stellvertretender Vorsitzender Netzwerk Energiewende jetzt e.V.: „Das Besondere an Mieterstrommodellen ist die Teilhabe an der Energiewende von Menschen, die nicht im Besitz von Häusern sind. Zusätzlich macht Mieterstrom die Energiewende in Städten möglich. Auf 3,8 Millionen Wohnungen schätzte das Bundeswirtschaftsministerium 2017 dieses Potenzial. Die Projekte sind nicht trivial. Deshalb haben wir uns als Verein das Ziel gesetzt, mit Workshops, in Coachings und über Publikationen Know-how zu entwickeln und den Austausch zu fördern. Unsere Kernzielgruppe sind dabei die Verantwortlichen von Energiegenossenschaften. Bei ihnen ist die Beteiligung von Bürger*innen Unternehmenszweck.“

Andreas Gißler, geschäftsführender ehrenamtlicher Vorstand der HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG und Pionier mit langjährigen Erfahrungen mit Mieterstromanlagen und Quartiersversorgungskonzepten: „Diese Konzepte sind zukunftsfähig, auch wenn die rechtlichen und politischen Hürden noch hoch sind. Man muss einen langen Atem beweisen. Daher empfehle ich kurzfristig mit einem Partner viele Objekte umzusetzen, sodass Skaleneffekte zum Tragen kommen können. Wichtig ist uns als Genossenschaft auch, dass die Bewohner von günstigem und lokal erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien profitieren.“

Die HEG hat im Jahr 2018 ein integriertes Quartiersversorgungskonzept mit Elektromobilität und Zwischenspeicherung umgesetzt. Bereits seit dem Jahr 2013 hat die HEG Erfahrungen mit einer rund 450 kWp großen Mieterstromanlage machen können. Die Genossenschaft wurde bereits mit dem Deutschen Solarpreis 2014, bei einem Ideenwettbewerb und dem Contracting-Preis Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Prof. Dr. Peter Birkner, Geschäftsführer House of Energy e.V.: „Die gebäudeintegrierte Erzeugung von Solarstrom wird eine zentrale Rolle bei der Quartiersversorgung spielen. Dabei geht es nicht nur um Strom für Wohnungen und Gewerbe, sondern auch um Energie für E-Fahrzeuge und moderne Heiz- und Kühlsysteme. Quartiere werden so zu Treibern der Energiewende und fügen sich gut in ein zukunftsfähiges Stromversorgungssystem ein, das zellulär strukturiert ist und so eine hohe Systemstabilität erhält.“

HoE positioniert sich als Innovationscluster und Denkfabrik für eine regenerative und nachhaltige Energieversorgung und betreibt aktiv die Vernetzung von Wirtschaftsunternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Universitäten sowie der Politik in Hessen. HoE versteht die Energiewende als fundamentalen und transdisziplinären Transformationsprozess von einer auf fossilen Brennstoffen basierenden zu einer regenerativen und kohlendioxidneutralen Energieversorgung.

Dirk Filzek, Koordinator Wissenstransfer House of Energy e.V.: „Energiewende und Klimaschutz werden Flügel bekommen, wenn Projekte für Mieterstrom und Quartiersversorgung bundeweit in die Fläche gehen. Die Akteure benötigen dazu Erfahrungswissen. Die konkrete Umsetzung vor Ort profitiert sowohl von neuen Kooperationen zwischen Wohnungsgesellschaften, kommunalen Energieversorgern und Bürgerinitiativen als auch von einem Austausch mit Akteuren, die andernorts aktiv sind.“

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